Tinnitus – Hilfe, bei mir piept es!

Tinnitus (vom lat. tinnire = klingeln) (Synonyme: Ohrgeräusche, Ohrensausen; Ohrrauschen) versteht man Ohrgeräusche, die permanent oder temporär auftreten, in einem oder beiden Ohren und nur vom Betroffenen wahrgenommen werden. Dabei werden Geräusche empfunden, denen keine äußeren Schallquellen zugeordnet werden können, daher auch die Bezeichnung „Phantomgeräusch“.

Symptome und Beschwerden beim Tinnitus
Der Tinnitus gehört zu den häufigsten Beschwerdebildern in der HNO-Praxis und kann vielfältige psychische als auch körperliche Ursachen haben kann. Die Wahrnehmung des Tinnitus ist dabei häufig stressabhängig, durch äußere und innere Belastungen verstärkt, mit der Neigung zu hartnäckiger Chronifizierung, da Tinnitus selbst einen hohen Stressfaktor mit starkem Leidensdruck bedeuten kann.

  • Es summt, piept, rauscht, pfeift, zischt oder rattert im Ohr und im Kopf.
  • Einige von Tinnitus Betroffene neigen zu Fehlhaltungen oder spannen in stressigen Situationen die Schulter-, Stirn- und Kiefermuskulatur übermäßig an.
Die pausenlosen Geräusche machen reizbar, depressiv und mit der Zeit auch ängstlich und verzweifelt.

Unsere Diagnostik bei Tinnitus
Bei der Tinnitusentwicklung wirken Ohr und Gehirn auf komplizierte Weise zusammen. Im Zusammenspiel mit anderen Hirnbereichen verarbeitet das Netzwerk im Hörzentrum Höreindrücke. Das Gehirn steuert dabei die vielfältigen ankommenden Informationen und ist auch in der Lage, überflüssige, störende Reize quasi herauszufiltern. Beim Tinnitus ist dieser Filterprozess häufig empfindlich gestört, es resultieren die belastenden Fehlwahrnehmungen.

Die Anamnese stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik des Tinnitus (Ohrgeräusche) dar:
  • Eigen-, Familien- und soziale Anamnese
  • Medikamentenanamnese
  • körperliche und psychische Beschwerdeabklärung
  • differentialdiagnostische Abklärung (HNO)
  • Biofeedback-Training
Neben den klassischen Verfahren gibt es mittlerweile gute Behandlungsergebnisse auch mit nichmedikamentösen Verfahren wie Vagusstimulation, Neurofeedback, rTMS, Biofeedback und anderen Verfahren, die hier in der Praxis eingesetzt werden können.

Unsere Tinnitus-Therapie
Eine wirksame tinnitusspezifische medikamentöse Therapie des chronischen Tinnitus steht derzeit nicht zur Verfügung. Kurzzeitige Linderung verschaffen Antidepressive, die Vermeidung psychosozialer Belastungen, wie psychische Belastungen und Stress sollte jedoch im Zentrum einer erfolgreichen Therapie stehen. Wir setzen bei Tinnitus folgende therapeutische Leistungen ein:
  • Stressmanagement durch Achtsamkeit
  • Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung
  • rTMS (repetetive transkranielle Magnetstimulation)
  • tDCS (transkraniellen Gleichstromstimulation)
  • Biofeedback (HEG-Biofeedback)
  • Neurofeedback (EEG-Feedback, Neurofeedback-Training)
  • TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation)
  • Ohrakupunktur (NADA-Akupunktur)
  • Orthomolekulare Medizin (Mikronährstoffe/Vitalstoffe)
Abgerundet werden unsere individuellen Tinnitus-Therapiekonzepte selbstverständlich auch durch die weitergehende Beratung zur Behandlung in einer Tinnitusfachklinik, zur Psychotherapie und Beratung zur bzw. Verordnung von physikalischer Therapie (inkl. Physiotherapie).

Die in unserer Praxis eingesetzten Verfahren sind erprobt und auf eine dauerhafte Linderung ausgerichtet. Welche therapeutischen Verfahren langfristige positive Effekte bei Ihren Ohrgeräuschen erzielen können, entscheidet sich auf Grundlage Ihrer individuellen Bedürfnisse und Situation.

Selbsthilfeorganisation für Patienten: Deutsche Tinnitus-Liga e. V. - www.tinnitus-liga.de