ADHS/ADS

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) und ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) beginnen im Kindesalter, meist mit Symptomen wie motorischer Unruhe (Hyperaktivität) (bei ADHS), Impulsivität sowie Einschränkungen im Bereich der Aufmerksamkeit. Häufig bestehen die Symptome bis ins Erwachsenenalter fort, durchlaufen jedoch häufig eine Änderung im Ausprägungsgrad und bilden zusätzliche Symptome aus. Die Leitsymptome sind häufig auch dann noch nachweisbar. Gerade im Erwachsenenalter ist ADHS ein Rsikofaktor für eine große Anzahl begleitender psychischer Störungen, wie Suchterkrankungen, Depressionen, Ängsten. Zur Diagnostik unumgänglich sind Eigen-, Familien-, Fremdanamnese,körperliche und neurologische Diagnostik, Audiometrie, Visusüberprüfung, EEG und Laborstatus. Außerdem sind neuropsychologische Testverfahren hilfreich zur Diagnosestellung, die jedoch immer verschiedene Verfahren in Betracht ziehen sollte. Seit einigen Jahren stehen außerdem spezifische EEG-Methoden (QEEG, evozierte Potenziale) zur neurophysiologischen Diagnostiksicherung zur Verfügung, die jedoch nur durch erfahrene Untersucher fachärztlich ausgewertet werden können. Zur Differenzialdiagnostik gehört der Ausschluss von Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik und die Feststellung eventueller begleitender (assoziierter) Störungen (z. B. Teilleistungsstörungen, Tics, Asperger Syndrom, Zwangsstörungen, Depressionen). Auch Ernährungsfaktoren spielen bei AD(H)S eine wichtige Rolle. Auslöser können psychischer oder organischer Natur sein. Erbfaktoren spielen ebenfalls eine große Rolle, Eltern betroffener Kinder zeigen sehr häufig eine ähnliche Symptomatik zeigen. Die Störung bzw. die Symptome beruhen auf einer Regulationsstörung von Nervennetzwerken im Frontalhirnbereich und einem Ungleichgewicht in verschiedenen Botenstoffsystemen. Dabei spielen Dopamin, Serotonin und Noradrenalin die Hauptrolle Psychosozialer Streß kann den Schweregrad erheblich beeinflussen und zur Verstärkung und Verfestigung unerwünschter, negativer Verhaltensweisen entscheidend beitragen. Neben der in den letzten Jahren weiterentwickelten Pharmakotherapie zur Beeinflussung der Botenstoffstörung im Vorderhirn ist insbesondere bei der ADHS der Einsatz von Neuromodulation sehr effektiv zur langfristigen Verbesserung der Selbstregulation. Hierfür hat sich seit Jahren insbesondere Neurofeedback und Biofeedback (HEG-Biofeedback) bewährt, auch zur Medikationsreduktion bzw. auch zur Therapie ohne Medikation. Auch die rTMS (repetetive transkranielle Magnetstimulation) vermag ADHS und ADS ohne Nebenwirkungen eine deutliche Verbesserung zu erreichen.