Beratungsstelle als Therapieangebot

 

 

Für Menschen in Krisensituationen, die vom Jobcenter unterstützt werden haben wir eine eigene Beratungsstelle zur niedrigschwelligen und effektiven Unterstützung. Voraussetzung für die Beratung ist ein Beratungsschein, der vom jeweilig zuständigen Jobcenter bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen ausgestellt werden kann. Die psychosoziale Beratungsstelle im NPPZ ist eingebettet in unsere neuropsychiatrisch-psychotherapeutische Praxis (Praxis Schmidt-Staub). Dabei stehen für die Zwecke der Beratungsstelle qualifizierte Mitarbeiter, angenehme Räume, unter anderem auch ein schöner Gruppenraum zur Verfügung. Die Praxis Schmidt-Staub ist Träger der Beratungsstelle. Ziel der Beratungsstelle ist es, neben dem Angebot der neuropsychiatrischpsychotherapeutischen Diagnostik und Therapie, ein niedrigschwelliges Angebot für psychosoziale Beratung zu etablieren. Schwerpunktmäßig ist die Beratung systemisch ausgerichtet. Beratung nach dem systemischen Ansatz betrachtet die auftretenden Probleme/Schwierigkeiten der Einzelperson oder der Gruppe (z.B. Familie) in Bezug auf das jeweilige soziale System und den jeweiligen Kontext. In diesem Ansatz steht nicht die Macht des Problems im Vordergrund, sondern die Kraft der eigenen Lösungsmöglichkeiten (Hilfe zur Selbsthilfe). D.h., die Kompetenzen/Ressourcen und Selbstheilungskräfte (im Sinne der Salutogenese) des Klienten/der Klientin stehen im Mittelpunkt des Interesses. Der systemische Beratungsansatz ist kein Angebot „von der Stange“, sondern richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Klienten/der Klientin. In jedem Erstgespräch findet deshalb immer zunächst eine ausführliche Auftrags- und Zielklärung statt. Ergibt sich nach einer Basisberatung das Ergebnis, dass eine weiterführende Intensivberatung oder Therapie des Klienten/der Klientin erforderlich ist, erfolgt zeitnah eine qualifizierte Beratung hierzu, sowie die Vermittlung von Informationen zur Erreichung eines geeigneten Therapieplatzes. Außerdem findet im Bedarfsfalle eine Hilfestellung zu externen psychosozialen Fachdienstleistern statt psychosomatischer Fachpflege und weiteren Therapieoptionen. Die Terminvergabe erfolgt über den Empfang der Praxis. Im Vorfeld können Sie bereits vom zuständigen Jobcenter Informationen einholen, ob in Ihrem Fall ein Beratungsschein ausgestellt werden kann.

Schwerpunkt der Arbeit in der psychosozialen Beratungsstelle sind die Bearbeitung und der Abbau von psychosozialen Problemlagen, die die Vermittlung in Arbeit behindern. Entsprechend der Verfahrensregelung der Region Hannover zur Leistungserbringung der psychosozialen Betreuung nach § 16a Nr. 3 SGB II sind die Indikatoren zur „Überweisung“ insbesondere:

 

– Persönliche Problemsituationen (z.B. Familien- und Erziehungsproblematik,

Lebenskrisen)

– Auffälligkeiten in der Lebensbiografie (z.B. geringes Selbstwertgefühl,

Anpassungsschwierigkeiten, geringe Konfliktfähigkeit/Frustrationstoleranz)

– Auffälligkeiten im Verhalten (z.B. Ängste, psychosomatische Symptome,

auffälliges Sozialverhalten, soziale Isolation/depressive Tendenzen)

 

Aufgrund der Vielschichtigkeit von Problemlagen ist eine umfassende Darstellung von „Überweisungsgründen“ für eine psychosoziale Beratung an dieser Stelle nicht im Detail möglich, kann ggf. auch im Rahmen der Basisberatung geklärt werden. Hinsichtlich der fachlichen Ziel- und Schwerpunktsetzung ist die Beratung systemisch ausgerichtet, integriert aber im Bedarfsfalle auch Beratungsmethoden aus anderen Fachrichtungen sowie Erfahrungen aus der betrieblichen Sozialberatung und Personalentwicklung (u.a. berufliches Coaching). Trotz oft komplexer Problemlagen ist die zentrale Zielsetzung der Beratung, vorhandene Kompetenzen und Ressourcen zu erkennen und zu fördern, um negativen Verfestigungsstrukturen entgegenzuwirken.